In Lichtschienen über der Verkaufsfläche integrierte Kameras, der NVIDIA Metropolis VSS Blueprint auf Pyramid GPU-Servern und Scality ARTESCA Storage bilden eine modulare Referenzplattform für Anbieter von Retail-Anwendungen – ergänzt durch ein eigenes Sizing-Tool. Erstmals öffentlich gezeigt wird die neue Lösung am 8. Oktober als Live-Demonstrationsumgebung beim ScalityDay in Paris.
Die Pyramid Computer GmbH und Scality haben eine Referenzplattform entwickelt, die Kameraaufnahmen aus dem Einzelhandel in unmittelbar nutzbare Informationen überführt. Die Kameras sind in die Lichtschienen oberhalb der Verkaufsfläche integriert. Der NVIDIA Metropolis Blueprint for Video Search and Summarization (VSS) analysiert die Videodaten auf GPU-Servern von Pyramid, während sämtliche Aufzeichnungen lokal über die standardisierte S3-Schnittstelle in Scality ARTESCA gespeichert werden.
Die Plattform richtet sich an Anbieter von Retail-Anwendungen. Anstatt Kameras, Rechenleistung und Storage selbst zu einer Gesamtlösung zusammenführen zu müssen, können sie auf einer einsatzbereiten technologischen Basis aufbauen und sich auf Prozesse, Benutzeroberflächen sowie die Integration in Warenwirtschafts- und Kassensysteme konzentrieren. Mit dem Planungstool Sizing Studio lässt sich bereits vor der Installation der ersten Lichtschiene bestimmen, welche Infrastruktur ein Store benötigt – und wie sich das System anschließend skalieren lässt.
Hardware für den Einsatz direkt über der Verkaufsfläche
Video-AI kann im Einzelhandel nur dann zuverlässig eingesetzt werden, wenn die Hardware auf die Bedingungen vor Ort ausgelegt ist. Bei der vorgestellten Lösung lassen sich Beleuchtungs- und Kameramodule zu Lichtschienen mit einer Länge von bis zu zehn Metern kombinieren und die Kamerawinkel direkt vor Ort anpassen. Kamera und Beleuchtung nutzen eine gemeinsame Stromversorgung und Datenschnittstelle. Jede Kamera besitzt eine eigene NPU und kann grundlegende AI-Aufgaben bereits direkt am Erfassungspunkt vorverarbeiten. Für unterschiedliche Anwendungen stehen drei Module zur Verfügung:
Das Shelf-Modul verfügt über drei Kameras – zwei motorisierte Neigekameras und eine nach unten gerichtete Kamera. Es kann beispielsweise dazu eingesetzt werden, Regallücken zu erkennen, Nachfüllprozesse zu unterstützen und Planogramm-Prüfungen durchzuführen. Das Aisle-Modul nutzt zwei im 45-Grad-Winkel positionierte Kameras, um Kundenströme und Warteschlangen zu erfassen. Das 360°-Modul arbeitet mit einer zweifach motorisierten Kamera und ermöglicht unabhängig vom jeweiligen Store-Layout eine umfassende Abdeckung.
Das System wurde für einen führenden europäischen Einzelhändler entwickelt. Es steht nun für individuelle Kundenprojekte mit weiteren Handelsunternehmen zur Verfügung und kann zusätzliche Kameraquellen integrieren.
Pyramid liefert sowohl den NVIDIA-beschleunigten GPU-Server zur Verarbeitung der Videostreams als auch den Storage-Server, auf dem ARTESCA betrieben wird. Damit stammen die zentralen Hardwarekomponenten aus einer Hand. Pyramid verfügt über langjährige Erfahrung mit internationalen Retail-Anwendungen und entwickelt Systeme, die auf begrenzten Einbauraum, einfache Wartung und die Skalierung über zahlreiche Standorte hinweg ausgelegt sind.
„Händler sollten sich nicht mit einer Vielzahl unterschiedlicher Technologien beschäftigen müssen, um daraus wirtschaftlichen Mehrwert zu erzielen. Indem wir Kameras und Beleuchtung zusammenführen und sowohl die GPU- als auch die Storage-Server liefern, machen wir aus Video-AI eine Gesamtlösung, die sich in nahezu jedem Store installieren, betreiben und skalieren lässt“, sagt Ralf Steinemann, Director of Sales & Marketing bei der Pyramid Computer GmbH.
Von der Aufnahme zur konkreten Aktion
In Verbindung mit AI können Videoaufnahmen genau die Fragen beantworten, die für Händler im täglichen Betrieb entscheidend sind: Ist ein Regal leer? Befindet sich Ware am falschen Platz? Verlässt ein Produkt den Self-Checkout-Bereich, ohne gescannt worden zu sein?
NVIDIA Cosmos und der Metropolis VSS Blueprint ergänzen die Plattform um Vision-Language-Analysen von Livestreams und aufgezeichneten Videodaten, Echtzeitwarnungen sowie die Suche und Definition von Anwendungen in natürlicher Sprache. Alarmregeln lassen sich in Worten und Sätzen beschreiben, anstatt programmiert werden zu müssen. Ereignisse, Objekte oder Handlungen können direkt in den Aufzeichnungen identifiziert werden, ohne dass Mitarbeitende stundenlang Videomaterial manuell durchsuchen müssen.
Videodaten bleiben unter der Kontrolle des Händlers
Die Aufzeichnungen werden über die standardisierte S3-Schnittstelle in Scality ARTESCA gespeichert. Damit entfällt für Softwareanbieter die Notwendigkeit, eigene proprietäre Storage-Integrationen zu entwickeln. ARTESCA skaliert mit wachsenden Datenmengen und bietet Funktionen für Datenintegrität, Verschlüsselung und Aufbewahrungsrichtlinien. Gleichzeitig bleiben die Originalaufnahmen verfügbar, um Ereignisse nachzuvollziehen oder zurückliegende Vorfälle zu untersuchen.
Da sowohl die Aufzeichnung als auch die Videoanalyse direkt vor Ort erfolgen, bleiben die Videodaten unter der Kontrolle des Händlers. Das ist insbesondere in Europa ein wichtiger Aspekt, da Videoaufnahmen von Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitenden den jeweils geltenden Datenschutzbestimmungen unterliegen.
Erst planen, dann installieren und skalieren
Kein Store gleicht dem anderen. Deshalb verfügt die Plattform über ein eigenes Planungstool. Das Sizing Studio, das Bestandteil der Operator Console ist, ermittelt anhand der Verkaufsfläche, der Deckenhöhe und der ausgewählten Anwendungsfälle die für einen Store erforderliche Infrastruktur – von Kameras und Lichtschienen bis hin zu GPU-Servern und ARTESCA Storage.
Gleichzeitig zeigt das Sizing Studio, wie die einzelnen Ebenen der Plattform im Verhältnis zueinander skalieren. Lichtschienen lassen sich modular erweitern und zusätzliche Kameraquellen integrieren. Parallel dazu wächst die Kapazität der GPU-Server entsprechend der benötigten Analyseleistung, während ARTESCA mit dem zu archivierenden Datenvolumen skaliert.
Anbieter von Retail-Anwendungen können damit bereits aus einem ersten Kundengespräch einen konkreten Projektumfang und Ausbauplan ableiten – vom einzelnen Store bis zum Rollout über zahlreiche Standorte hinweg. Die vom Sizing Studio ermittelten Ergebnisse dienen als Planungswerte und sollten vor Ort überprüft werden.
Bewährter Weg von der Demonstration zum Kundenprojekt
Scality testet und dokumentiert Integrationen mit Partneranwendungen systematisch und unterstützt Softwareanbieter dabei, ihre Storage-Anbindungen zu validieren und an ARTESCA anzupassen. Dadurch lässt sich der Integrationsaufwand bereits reduzieren, bevor ein konkretes Kundenprojekt beginnt.
„Video-AI erzeugt enorme Datenmengen, die Händler lokal verfügbar, durchsuchbar und geschützt halten müssen. Mit ARTESCA erhalten Anwendungsanbieter eine standardisierte S3-Schnittstelle und einen bewährten Weg in den Produktivbetrieb, ohne eine eigene Storage-Schicht entwickeln zu müssen“, sagt Stéphane Richard, Product Director, Technical Alliances bei Scality.
Live beim ScalityDay 2026
Pyramid Computer und Scality präsentieren die Demonstrationsumgebung am 8. Oktober 2026 beim ScalityDay im 3 Mazarium des Institut de France in Paris. Die Vorstellung findet im Rahmen der Session „Why NVIDIA VSS and ARTESCA+ meet PYRAMID“ statt.









